Kräuter und Wildkräuter in Marienkron

Eine Runde durch unseren Kurpark lässt die Vielfalt an Wildkräutern erkennen.

Zwischen Klosterkirche und den Hochbeeten entdeckt man immer wieder Schafgarbe und Quendel. Quendel, ein Verwandter des echten Thymians, ist in unseren Regionen verbreitet. Aufgrund der optischen Ähnlichkeit ist er eindeutig zu erkennen. Geht man weiter Richtung Birkenallee sind Efeu, Schöllkraut und natürlich Gänseblümchen, sowie Löwenzahn aufzufinden.

Entlang der Birkenallee Richtung Teich findet man wilde Pastinake und wilde Möhre. Vorbei an der Brennnessel und dem Giersch kommt man zu den Obstbäumen. Die jungen Blätter des Gierschs kann man als „Giersch-Spinat“ zubereiten. Bei den Obstbäumen angekommen, entdeckt man immer wieder Gundelrebe und die Taubennessel. Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe der Blätter und der Farbe der Blüten. Die Gundelrebe mit ihren violetten Blüten hat kleinere Blätter als die rosa blühende Taubennessel. Die frische Gundelrebe ist recht würzig und eignet sich als Petersilienersatz und als Zutat für einen Kräutertopfen.

 

Die Quantität an Wildkräutern ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Tiere.

Beim Sammeln für den Eigengebrauch in der Natur ist jedoch Vorsicht geboten. Folgendes sollten Sie beachten:

  1. Sammeln Sie nur die Kräuter, die Sie auch wirklich kennen. Pflanzenratgeber oder Apps können beim Identifizieren der Kräuter helfen. Löwenzahn oder Brennnessel sind leicht zu erkennen und bieten sich sehr gut für weniger erfahrene Sammler an.
  2. Vermeiden Sie das Sammeln neben der Straße, auf Hundespazierwegen, privaten Grundstücken oder chemisch behandelten Ackerfeldern. Letzteres können Sie gut daran erkennen, wenn sehr viel Löwenzahn auf einem Feld wächst.
  3. Nehmen Sie die richtige Ausrüstung mit. Gutes Schuhwerk, Handschuhe und ein Korb sollten bei einer Wildkräutersammlung immer dabei sein. Legen Sie ihre gesammelten Kräuter niemals in einen Plastiksack. Dort werden die Kräuter schnell schlecht.

Kräuter in Marienkron: Phytotherapie als gelebter Teil unseres Medical-Concepts

 

EIN BEITRAG VON: 

DR. ULRIKE GÖSCHL
Ärztliche Leitung Marienkron


Ein besonderes Anliegen von uns in Marienkron ist es, die Wirkung und Bedeutung von Kräutern nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern sie auch praktisch erlebbar zu machen. In Marienkron sind Kräuter daher ein fixer Bestandteil unseres ganzheitlichen Therapiekonzepts, im Sinne der Phytotherapie, also der gezielten Anwendung von Heilpflanzen zur Unterstützung der Gesundheit. Diese wertvolle Tradition findet bei uns in unterschiedlichen Formen ihren Ausdruck und begleitet unsere Gäste durch mehrere Bereiche des Hauses.

Anwendungen im Haus

Ein wichtiger Bestandteil ist die Anwendung in unserer Kneippabteilung. Hier werden Kräuter gezielt als Badezusätze eingesetzt. Die ätherischen Öle und pflanzlichen Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung über die Haut und die Atemwege – sei es zur Entspannung, zur Anregung des Kreislaufs oder zur Unterstützung bei bestimmten Beschwerden.
Auch innerlich nutzen wir die Kraft der Pflanzen: Kräutertees spielen eine zentrale Rolle in unserem Alltag. In Zusammenarbeit mit Dr. Kottas bieten wir eine vielfältige Auswahl an Teemischungen an, die gezielt auf unterschiedliche Indikationen abgestimmt sind – von beruhigenden Mischungen über verdauungsfördernde Tees bis hin zu unterstützenden Begleitern bei Stoffwechselthemen.
Nicht zuletzt sind Kräuter auch ein essenzieller Bestandteil unserer Küche. Frische Küchenkräuter aus unserem eigenen Kräutergarten finden täglich Verwendung in unseren Gerichten und verbinden Genuss mit wertvollen pflanzlichen Inhaltsstoffen.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Wirkung von Kräutern basiert auf einer Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe. Dazu zählen unter anderem ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Diese bioaktiven Substanzen erfüllen in der Pflanze Schutz- und Regulationsfunktionen und können auch im menschlichen Organismus vielfältige Effekte entfalten. Ätherische Öle wirken beispielsweise häufig antimikrobiell, entzündungshemmend oder entspannend. Bitterstoffe regen die Verdauungssäfte an und unterstützen damit die Funktion von Magen, Leber und Galle, während Flavonoide für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt sind und zum Schutz der Zellen beitragen können.

Wirkung und Anwendung

Heilpflanzen wirken nicht isoliert, sondern als komplexes Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe, die sich gegenseitig ergänzen und verstärken können. Auch die Anwendungsform spielt eine entscheidende Rolle für die Wirksamkeit. Während bei Tees vor allem wasserlösliche Inhaltsstoffe im Vordergrund stehen, entfalten bei Badeanwendungen oder Inhalationen insbesondere flüchtige Bestandteile wie ätherische Öle ihre Wirkung. In der Küche wiederum werden Kräuter regelmäßig und in moderaten Mengen aufgenommen, wodurch sie langfristig zur Gesundheitsförderung beitragen können. Kräuter sind in Marienkron somit weit mehr als nur eine Zutat – sie verbinden Therapie, Ernährung und Wohlbefinden auf natürliche Weise.

Individuell spezifisch, nicht alles für alle

Ein konkretes Beispiel für eine indikationsspezifische Anwendung ist das Produkte Nerven Kräuter Essenz der Firma Biobloom. Diese kombiniert ausgewählte Kräuter wie Johanniskraut, Baldrian, Passionsblume, Rosenwurz und Ginkgo Biloba und wird durch Vitamin B6 ergänzt, das zur normalen Funktion des Nervensystems sowie zur psychischen Balance beiträgt. Damit zeigt sich, wie pflanzliche Wirkstoffe gezielt und alltagstauglich zur Unterstützung spezifischer Bedürfnisse eingesetzt werden können.