» Die Darm-Hirn-Achse - Marienkron

Die Darm-Hirn-Achse

Wie schlau ist mein Darm?

Wie viel merkt sich unser Darm und inwiefern ist der Darm mit dem Hirn verbunden? Die Verbindung zwischen Darm und Hirn wird mittlerweile schon länger erforscht und im Laufe der Forschung hat die Wissenschaft viel Spannendes herausfinden können. Wir wollten genauer wissen, was es mit der Darm-Hirn-Achse auf sich hat und haben nachgefragt.

Dr. Adolf Heschl ist Biologe und seit acht Jahren am Institut Allergosan als Experte auf dem Gebiet der Probiotik tätig. Wir durften ihm einige Fragen stellen.

Dr. Adolf Heschl – Biologe für das Institut Allergosan ©Institut Allergosan

Was versteht man unter einer Darm-Hirn-Achse?

Darunter versteht man die enge Verbindung und den intensiven Informationsaustausch zwischen Darm und Gehirn. Und zwar in beide Richtungen. Ein zentrales Element der Kommunikation zwischen Darm und Hirn ist das Nervensystem. Im Verdauungstrakt befinden sich circa 100 Millionen Nervenzellen. Das sind 4-5mal so viele wie im Rückenmark.

Seit wann weiß die Wissenschaft, dass es eine Verbindung zwischen dem Darm und dem Hirn gibt?

 

Dass es enge funktionale Beziehungen zwischen Darm und Hirn gibt, ist in der Medizin spätestens seit der Entdeckung des Nervus vagus bekannt, aber dass dabei auch die Zusammensetzung der Darmflora eine wichtige Rolle spielt, ist eine Erkenntnis, die erst vor ca. 10 Jahren entstanden ist. Eine der Schlüsselpublikationen in dieser Hinsicht war ein Artikel von John Cryan, einem der Pioniere auf diesem Gebiet (Hier finden Sie den Artikel). In dieselbe Zeit fallen auch unsere ersten Studien mit OMNi-BiOTiC® STRESS Repair, welches neben seiner anti-inflammatorischen Wirkung auch einen stimmungsaufhellenden Effekt zeigte.

 

Der Darm wird manchmal auch als unser zweites Gedächtnis bezeichnet. Trifft diese Bezeichnung ihrer Meinung nach auch zu?

Dies trifft insofern zu, als die vielfältigen Erfahrungen, die der Verdauungstrakt im Laufe der Zeit mit unterschiedlichen Nahrungsmitteln macht, direkt an das Gehirn weitergeleitet und dort abgespeichert werden. Auf diese Weise bringt uns der Darm bei, welche Nahrungsmittel gut für unseren Körper und welche eher zu meiden sind. Ohne diesen Informationstransfer würde der Stoffwechsel über kurz oder lang entgleisen und schwere Erkrankungen wären die Folge.

 

Welche Rolle spielen die Hormone in der Darm-Hirn-Achse?

Neueste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Diversität der Darmflora einer Person mit der Konzentration an Sexualhormonen im Blut korreliert. So hatten Männer mit einer größeren Vielfalt an Darmbakterien einen deutlich höheren Testosteronwert im Blut und Frauen einen dementsprechend erhöhten Östrogenspiegel.

©Marienkron

Wie kann ich meine Darm-Hirn-Achse stärken? Muss sie überhaupt gestärkt werden?

Eine Stärkung der Darm-Hirn-Achse macht sich in doppelter Weise bezahlt. Einerseits funktioniert dadurch Verdauung und Immunabwehr wieder besser und andererseits kann sich auch das Gehirn mit seinen Aktivitäten wieder besser und damit kreativer als zuvor entfalten. Die Schlaftiefe während der Erholungsphasen nimmt zu, was wiederum dem Gehirn, aber auch der Verdauung zugutekommt. Auf diese Weise lässt sich mit etwas Ausdauer durch die regelmäßige Einnahme eines OMNi-BiOTiC®-Präparates eine positive Aufwärtsspirale in Gang setzen, die einen in kleinen Schritten – und dies selbst aus einer bereits leicht depressiven Verstimmung – langsam aber sicher wieder nach oben zieht.

Am besten beginnt man eine entsprechende Kur mit jenem Probiotikum, welches am schnellsten in der Lage ist, vorhandene Problemkeime aus dem Verdauungstrakt zu verdrängen. OMNi-BiOTiC® 10, zweimal pro Tag über 4 Wochen lang eingenommen, befreit den Darm von allen pathogenen Keimen, die mit ihren Stoffwechselendprodukten Ammoniak und Schwefelwasserstoff das Gehirn belasten. Parallel dazu empfiehlt sich die Einnahme von Huminsäuren in konzentrierter Form (Activomin) zur möglichst effizienten Bindung von bakteriellen Giftstoffen (Toxine), die von Fäulniskeimen zur Verteidigung ausgeschüttet werden. Als dritte Maßnahme gilt die regelmäßige Einnahme eines geeigneten Ballaststoffpräparates (Präbiotikum), welches gezielt jene kommensalen, d.h. „guten“ Bakterien im Darm fördert, die einerseits die Schleimproduktion des Darmepithels anregen (z.B. Akkermansia muciniphila) und andererseits den Körper belastende Entzündungsprozesse dämpfen (z.B. Faecalibacterium prausnitzii). OMNi-LOGiC® PLUS kombiniert zu diesem Zweck gleich 3 verschiedene Ballaststoffe (FOS, GOS, Glucomannan), die ganz gezielt das Wachstum dieser wichtigen, sauerstoffempfindlichen Bakterien anregen. Da sich der Verdauungstrakt an Ballaststoffe immer erst gewöhnen muss, empfiehlt sich die Einnahme in langsam steigender = „einschleichender“ Dosierung.

©Marienkron

Inwiefern beeinflusst die Ernährung meine Darm-Hirn-Achse?

Damit unsere Darmbakterien sich optimal entfalten können, brauchen sie in erster Linie Ballaststoffe in ausreichender Menge. Haben sie diese nicht, dann können sie auch nicht jene wichtigen, da positiv auf den Darm und den Hirnstoffwechsel wirkenden Metabolite wie kurzkettige Fettsäuren (Butyrat, Propionat, Acetat), aber auch Vitamine (K2, B12) sowie Milchsäure (Lactat) produzieren. Die aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsbehörde liegen bei 30 Gramm pro Tag, wobei die entweder mit der Nahrung oder über Präbiotika wie OMNi-LOGiC® aufgenommenen Ballaststoffe möglichst unterschiedlich sein sollten, um auch eine entsprechende Diversität der Darmflora zu fördern. Denn es hat sich in wissenschaftlichen Arbeiten gezeigt, dass Bakterien ebenso wie Menschen ganz unterschiedliche Nahrung bevorzugen. Während Bifidobakterien resistente Stärke lieben, die schlankmachenden Bacteroidetes Pektine lieben, mögen Akkermansien speziell Galactooligosaccharide (GOS).

Gibt es schon Studien, wie sich Covid-19 auf den Darm oder die Darm-Hirn-Achse auswirkt?

Diese Fragestellung wird zurzeit sehr intensiv beforscht und dementsprechend lang ist die Liste der bereits erschienenen Publikationen. Aus den bisherigen Ergebnissen lässt sich dabei schon eines klar erkennen: die regelmäßige Einnahme eines geeigneten Multispezies-Probiotikums reduziert nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem Virus, sondern erhöht auch die Chancen, dass es im Falle einer Infektion zu keinem ernsten Verlauf der Erkrankung kommt. Damit einher geht ein protektiver Effekt der eingenommenen Lebendkeime auf das Gehirn, da in vielen Fällen auch dieses nicht vom Virus verschont wird.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

Suppenfasten im Porträt

BEITRAG LESEN

Gemüsefasten im Porträt

BEITRAG LESEN

DIE QUELLE
DER INFORMATION

Alle unsere Blogeinträge haben wir gesammelt

SCHMÖKERN

Bewusster Verzicht: Warum ist fasten eigentlich gesund?

BEITRAG LESEN