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Bewusster Verzicht

Warum ist fasten eigentlich gesund?

Wir leben in einer Zeit, in der sich der Großteil unseres Lebens um das Essen dreht. Gesunde Ernährung wird stets im Bekanntenkreis und in den Medien thematisiert. Doch der aktive Verzicht wird nur selten zum Thema gemacht, obwohl gerade dieser viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringen kann.

Beim Fasten wird die Kalorienzufuhr bewusst zeitlich begrenzt und unter den Grundumsatz heruntergefahren. Dieser Vorgang ist für den menschlichen Organismus kein unbekannter, denn früher war es völlig normal, Hungerphasen durchzumachen. So gesehen ist das Fasten ein sehr natürlicher Vorgang.

©Marienkron by Steve Haider

Wie wird mein Körper durch Fasten „gereinigt“?

Während einer Fastenphase stellt sich der Körper automatisch nach wenigen Tagen um. Damit die Körperfunktionen aufrechterhalten bleiben, werden die Glukosespeicher (Zuckerspeicher) in der Leber aufgebraucht und der Stoffwechsel verlangsamt sich. Durch diese Umstellung des Stoffwechsels werden geschädigte Zellbestandteile, die sich im Laufe der Zeit ansammeln, in den Zellen abgebaut und dem Stoffwechselprozess zugeführt. Genau dieser Vorgang ist es der den positiven Effekt der „Zellreinigung“, beim Fasten bringt. Durch das Abbauen von Ablagerungen in den Zellen und geschädigten Zellbestandteilen können Entzündungen gehemmt werden und wahrscheinlich sogar der Alterungsprozess verlangsamt werden. Zusätzlich zu diesem körpereigenen „Reparaturmechanismus“ hat Fasten auch positive Effekte bei hohen Bluthochdruck, Rheuma und Diabetes Mellitus Typ 2.

Ab wann ist fasten wirklich fasten?

Wenn man an fasten denkt, verbindet der Großteil der Menschen den Begriff vermutlich mit wenig oder gar keiner Nahrungszufuhr. Das entspricht weder unserer Erfahrung noch der vorhandenen Studienlage. Fastenstudien zeigen, dass bei einer Kalorienzufuhr von bis zu 650 Kalorien der Fastenmodus im Körper einsetzt. Diese Kalorienanzahl wird beispielsweise beim Gemüsefasten erreicht. Beim Suppen oder Saftfasten ist die Kalorienzufuhr etwas geringer. Vom Wasser- oder Nullfasten raten wir ab. Im Extremfall wirkt es schädlich auf den Organismus. Muskelmasse wird übermäßig abgebaut. Eine weitere schwerwiegende Folge daraus kann sein, dass es zu einer Zottenatrophie* kommt.

Wird bewusst gefastet und medizinisch-diätologisch begleitet, ist es kein Hungern, sondern ein bewusster Verzicht mit dem Ziel, seinem Körper etwas Gutes zu tun.

©Marienkron by Steve Haider

Kann jeder fasten?

Bei einem Besuch im Kurhaus wird in einem intensiven Arztgespräch besprochen, ob eine Fastenkur von Vorteil ist oder nicht. Für durchschnittlich gesunde Menschen, die eventuell ein paar Kilo zu viel haben und nur leichte oder gar keine Beschwerden haben, kann das Fasten viele Vorteile mit sich bringen. Es hilft, die Reparaturvorgänge in Schwung zu bekommen und bringt den Stoffwechsel wieder auf eine gesunde Spur. Bei folgenden Beschwerden kann Fasten erhebliche Vorteile mit sich bringen:

  • als Prävention zur Gesunderhaltung
  • bei beginnenden Stoffwechselproblemen
  • bei chronischen Schmerzen und Gelenksproblemen (Hier kann in den meisten Fälle eine deutliche Verbesserung erzielt werden.)
  • bei Stress und Überlastungssymptomen

Es gibt jedoch auch Personen, für die eine Fastenkur nicht geeignet ist. Dazu zählen:

  • Personen mit einem sehr niedrigen Body-Mass-Index (BMI)
  • Personen mit Essstörungen
  • Personen, die unter einem starken Jojo-Effekt leiden à hier ist eine vegetarische Reduktionskost über einen längeren Zeitraum zu empfehlen.
  • Personen mit schweren Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenentgleisungen
  • Personen mit Elektrolytstörungen
  • Personen, die zu Herzrhythmusstörungen oder zu Krampfanfällen neigen
  • Personen mit psychischen Störungen
  • Kinder oder sehr alte Personen
  • Personen, die vor kurzem noch krank waren
  • Personen, die kürzlich neue medikamentöse Einstellungen vorgenommen haben

©Marienkron by Steve Haider

Ob fasten für Sie das Richtige ist oder ob eine andere Ernährungsform besser zu Ihnen passt, wird ausführlich bei einem Arztgespräch bei uns im Kurhaus besprochen. Der Laborbefund wird genau analysiert und in einem intensiven Gespräch werden Ihre Bedürfnisse berücksichtigt. So kann entschieden werden, ob Ihnen fasten helfen kann und welche Fastenform gegebenenfalls für Sie die beste wäre.

 

*Abflachen der im Normalfall dicht gefalteten Dünndarmzotten. Entzündung des Dünndarms und verminderten Fähigkeit der Nährstoffaufnahme

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